Testberichte: Palm Pre Plus und Palm Pixi Plus
01.05.2010, geschrieben von phoenix in Allgemein. 4 Kommentare.
Palm Pre Plus (Bericht von Torsten Bergemann)
Der Ende April 2010 auf den Markt gekommene Pre Plus ist der Nachfolger des Palm Pre. Damit wird das erste webOS Gerät nach knapp einem halben Jahr abgelöst. Der Pre Plus ist nicht mehr exklusiv bei o2 erhältlich, sondern auch bei vodafone. Der kleine Bruder „Pixi Plus“ ist nun erstmalig auch in Deutschland erhältlich. Ihn testen wir in einem eigenen Bericht.
Gehäusedesign. Rein von der äußeren Form hat sich beim Pre Plus nicht viel getan. Pre und Pre Plus sind gleich groß. Die Ohrmuschel ist identisch, Mikro und Lautsprecher sind gleich positioniert. Der Deckel für die Rückseite ist gummiert und ab Werk Touchstone-geeignet. Beim Pre musste man noch einen gesonderten Deckel nachkaufen. Beim Pixi muss man dies auch immer noch. Der Slider arbeitet genauso wie beim Vorgänger, hat aber etwas weniger Spiel. Vielleicht wirkt das aber auch nur so, weil das Gerät neu ist. Einzig der Button ist verschwunden. Er diente dazu, beim Pre die Kartenansicht aufzurufen. Da es hierfür allerdings auch eine Fingergeste gab, wird der kleine Knubbel nicht mehr benötigt.
Der Pre hatte links und rechts zwei LEDs neben der ebenfalls hintergrundbeleuchteten Taste. Durch die insgesamt drei LEDs konnten dann Bewegungen signalisiert werden, die beim Ausführen von Gesten eine Bestätigung gaben. Beim Pre Plus gibt es nur noch eine dünne LED-Leiste, die wie bei K.I.T oder Raumschiff Enterprise diese Bewegung signalisiert. Der Coolheitsfaktor ist höher, der Praxiswert geringer. Leider wurde die LED nämlich zu dünn gebaut. Da sie durch Blinken auch Benachrichtigungen zeigt, erkennt man beim Pre Plus Benachrichtigungen etwas schlechter als beim Vorgänger.
Die Tastatur ist optimiert worden. Die Ziffern sind zwar nicht mehr in orange abgesetzt, dafür wurde die Belegung verändert. Erstmalig hat man den Eindruck, dass hier ein Deutscher an der Erstellung des deutschen Pre Plus mitgewirkt hat; man findet nämlich Umlaute auf der Tastatur. Natürlich mussten dafür einige Sonderzeichen weichen und Umsteiger vom Pre müssen sich umgewöhnen. Wie man große Umlaute eingibt, erschließt sich mir allerdings immer noch nicht.
Technische Daten
Der Pre Plus hat doppelt so viel Arbeitsspeicher wie der Pre. Die Prozessoren sind jedoch dieselben. Entsprechend arbeiten die beiden Geräte gleich schnell, wenn man nur wenige Programme offen hat. Im Multitasking-Betrieb jedoch schlägt sich der Pre Plus wesentlich besser, weil er mehr auf einmal verwalten kann. Man sieht also seltener die Meldung „Schließen Sie Karten!“. Auch Websites werden aufgrund des zusätzlichen Speichers subjektiv flüssiger gerendert. Von seiner Software her ist der Pre Plus ansonsten mit dem Pre identisch. Auch dieselben Akkus kommen zum Einsatz. Die Akkulaufzeit ist stark von der Nutzung des Geräts und dem Alter des Akkus abhängig, wir haben Sie im Detail nicht verglichen.
Fazit: Viel mehr kann man zum Pre Plus nicht schreiben. Ein würdiger Nachfolger. Ein Update. Aber andererseits auch nichts wirklich weltbewegendes, wenn man den Pre schon kennt oder sogar hat. Wer einen Neukauf plant, sollte gleich zum Pre Plus greifen. Wer auch mit gebrauchten Geräten leben kann, wird auch mit dem originalen Pre glücklich, wenn er zum Spielen absoluter Knaller-3D-Spiele vielleicht einen Neustart in Kauf nimmt und die ein oder andere „Bitte schließen Sie Karten!“-Meldung beherzt wegdrücken kann. Wer einen Pre hat, für den lohnt sich ein Kauf des Pre Plus nicht. Wer als Pre-Besitzer ein moderneres Gerät wünscht, für den könnte ein Blick auf den Pixi Plus interessant sein.
Palm Pixi Plus (Bericht von Matthias Decker)
Bei Auspacken des Pixi fällt zuerst einmal der im Verhältnis zum Pre doch etwas andere Formfaktor auf. Sobald man das Gerät in der Hand hat möchte man ihn jedoch nicht mehr abgeben, da das Gerät nicht nur sehr gut in der Hand liegt sondern dabei auch sehr sehr leicht ist. Das Gerät wirkte sehr lose gebaut. Da es als Block gebaut ist, ist es sehr verwindungssteif. Die Tastatur ist zwar sehr klein, kurze Texte lassen sich jedoch noch tippen. Nach einigen Minuten wünscht man sich jedoch eine größere Tastatur herbei. Natürlich ist dies ein Konzeptproblem. Man sollte sich jedoch trotzdem vor dem Kauf darüber bewusst sein. Wenn man die Möglichkeit hat Probe zu tippen, sollte man sie nutzen. Das Backcover des Pixi lässt sich mit wenigen Handgriffen lösen. Da Palm bei den Schließnoppen auf eine Plastik-Gummi Mischung zurück zu greifen scheint wirkt die Rückabdeckung auch nicht so, als würde sie in der nächsten Zeit ausleiern oder sich in irgendeiner Art und Weise zu zersetzen. Für den Pixi bietet Palm verschieden gestaltete Backcover an.
Anstelle des einen Buttons auf der Front unter dem Display (wie vom Pre bekannt) befindet sich hier nur noch eine längliche LED Leiste. Ein Tap auf die Stelle wo einst der Button war ruft die Funktion des Buttons auf. Die LED Leiste zeigt jeweils an, welche Geste erkannt wurde: Wenn man beispielsweise von links nach rechts streicht, gibt es eine Welle von links nach rechts usw.
Das Display ist sehr, sehr scharf. Alle Inhalte werden nicht nur gestochen scharf sondern ge-sto-chen scharf dargestellt. Dies ist zwar an sich eine sehr schöne Sache; jedoch sollte man sich über die Inhalte bewusst sein, die dargestellt werden. Man nehme einmal das Alltagsszenario: Man geht von A nach B und will währenddessen etwas auf dem Palm lesen. Malis werden solange sie als Plaintext verschickt werden immer groß genug dargestellt. Fotos sind an sich auch kein Problem. Anders sieht es bei Texten in Webseiten aus. Da die mobilen WebKit Browser seit 2007 ja alles wie beim Desktop anzeigen sind viele Texte, selbst wenn man hinein zoomt oft noch so klein, dass man sie nicht lesen kann ohne dabei still zu stehen.
Zur Software muss man glaube ich nicht viel sagen. Ausgeliefert wurde das Gerät mit OS 1.4.1. die Geschwindigkeit ist gefühlt die gleiche wie beim Pre. Zahlen bleibe ich diesem Vergleich jedoch schuldig. Viel mehr Worte muss man in einer Zeit, in der die Plattform das Entscheidende ist wohl nicht mehr verlieren. Es ist halt webOS
Die Sprachqualität beim Pixi kann nicht durchweg überzeugen. Es gibt immer ein gewisses Grundrauschen. Man versteht zwar jedes Wort seines Gesprächspartners; bei einem Vergleich der Sprachqualität mit einem iPhone 3Gs musste der Pixi sich allerdings geschlagen geben. Bei diesem Test sollte man beachten: Die Kritik findet auf einem recht hohen Niveau statt.
Netterweise wurde uns für den Pixi Plus auch ein Touchstone Backcover zur Verfügung gestellt. Im Gegensatz zum Pre Plus ist dies nicht im originalen Lieferumfang enthalten. Die Montage klappt wie oben erwähnt innerhalb kürzester Zeit. Die Rückseite ist eine etwas andere als die vom normalen Backcover. Das originale hat einen höheren Plastikanteil, ist jedoch matt. Das Touchstone Backcover ist gummiert wie das des Pre Plus.
Der Gesamteindruck des Palm Pixi Plus ist ein sehr positiver. Das Gerät kann im Großen und Ganzen alles, was ein aktuelles Smartphone können muss. Die Verarbeitung des Gerätes kann sich wirklich sehen lassen und die darauf laufende Software hat nun ja auch eine Zukunft. Wenn webOS bald auch noch etwas schneller wird ist nur noch die konzeptbedingt kleine Tastatur der Knackpunkt für den Käufer.
Für unter 400 Euro erhält der treue Kunde ein gutes Business-Smartphone, das etwas modischer und “jünger” ist als der Pre. Ein wie ich finde angemessener Preis.



















