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Palm Solutions hat es mit dem Zire 71 geschafft, noch vor anderen Lizenznehmern wie Sony, Bezahlbarkeit und die Annehmlichkeiten von Palm OS 5.0 unter einen Hut zu bringen.
Die versprochene Multimediafähigkeit, die die meisten Menschen intern mit "laut + bunt + bewegte Bilder" übersetzten, liefert der PDA über ein sehr gutes, hochauflösendes Farbdisplay, die Fähigkeit mp3-Dateien wiederzugeben und eine integrierte Digitalkamera! Letztere ist jedoch eher als Alternative zu den neuen Foto-Handy denn als Ersatz für eine "richtige" Digicam gedacht. Die Qualität der Bilder mit einer maximalen Auflösung von 640 x 480 Pixels genügt, um einen Erinnerungs-Schnappschuss per E-Mail zu versenden, ist jedoch weniger als Grundlage für die obligatorische Urlaubs-Foto-Show geeignet. Zudem wird die Software "Kinoma Producer" / "Kinoma Player" mitgeliefert, mit der man am Windows-Desktop konvertierte Videos auf dem Handheld anschauen kann.
Im Gegensatz zum Tungsten C, der erst seit Anfang/ Mitte Mai verfügbar ist, war der Zire 71 zwei Tage nach der offiziellen Vorstellung schon käuflich. Nachdem man sich durch die für ein Gerät dieser Preisklasse doch etwas seltsam anmutende "Elektrosupermarkt-Verkaufsregal"-Kunststoff-Verpackung gekämpft hat (am Aufschneiden führt kein Weg vorbei), stellt man fest: Die Länge des Kamerapalms ist im zusammengefahrenen Zustand mit der eines Palm m505 vergleichbar. Auch die Breite ist ähnlich. Mit seiner eingebauten Digitalkamera ist der Zire 71 leider 4 Millimeter dicker (insgesamt 1,7cm).


Lieferumfang
Im Lieferumfang befinden sich ein Hotsync Cradle, ein Netzteil mit diversen Steckdosenadaptern fürs Ausland und eine Plastik-Schutztasche statt des von der m500-Serie gewohnten Ledercovers. Diese Tasche ist meiner Meinung nach eher ein Rückschritt. Das erste Programm, dass ich installieren musste, war ein Tool, das das ungewollte Einschalten des Zire 71 beim Einschieben in diese Tasche verhindert. Sie schützt zwar den Zire 71 relativ gut vor gröberen Umwelteinflüssen, doch eine Offenbarung ist diese Tasche nicht. Leicht hätte man sie mit einer einfachen Schnalle zu einer Gürteltasche machen können, doch die will Palm dann scheinbar doch eher als Zubehör verkaufen.
Auf den beiden mitgelieferten CD-ROMs findet man neben einer neuen Version des Palm Desktops auch den RealONE Audioplayer, den Kinoma Producer und Player (anscheinend in einer etwas abgespeckten Version) sowie VersaMail 2.5. Der mitgelieferte Palm Desktop unterscheidet sich in sofern von den bisher bekannten, als dass die mit der internen Kamera geschossenen Bilder mit in den Desktop gesynct werden und darin ein kleiner Bildbetrachter integriert ist.
Außerdem wurde "QuickInstall" integriert, ein Programm, dass den Installationsvorgang ins RAM und auf die Speicherkarte vereinfachen soll. Mit dem Drag-And-Drop-Verfahren ist es nun möglich, die zu installierenden Applikationen zu installieren. Obgleich der Namen "QuickInstall" eine schnelle Installationsvorgang suggeriert, wird immer noch ein kompletter Hotsync Vorgang inklusive des Abgleichs aller Conduits durchlaufen.
 QuickInstall Screenshot (verkleinert) |
Hardware
Das Gehäuse, zweifarbig in blau-metallic (Vorderseite) und silber (Rückseite), ist leider komplett aus Plastik und liegt zudem noch etwas rutschig in der Hand. Wer das Gefühl einen Tungsten T in der Hand zu halten kennt, wird enttäuscht sein. Obwohl es billig aussehen mag - an der Verarbeitung des Gehäuses ist nichts zu meckern. Es hat nirgendwo Spalte oder Lücken und verformt sich oder knarrt auch nicht bei Druck. Auch der Schiebemechanismus für die Kameralinse, die man bei Nichtgebrauch im Gerät verschwinden lassen kann, erscheint solide und haltbar. Das Aufschieben der Kamera verlängert den Zire 71 um ca. 2 cm und gibt am unteren Ende einen Auslöseknopf frei. Der Palm wechselt hierbei automatisch zum Fotoaufnahme-Programm - schiebt man ihn wieder zusammen öffnet sich der integrierte Bildbetrachter. Diese Standardeinstellung lässt sich leider nicht verändern - auch ist der aufgeschobene Zire 71 zu nichts Anderem als zum Bilder-Schiessen zu gebrauchen: Das Programm lässt sich in diesem Zustand nicht beenden.
Die Hardwarebuttons des Zire 71 sind ähnlich wie beim m505 angeordnet. In der Mitte befindet sich ein Mini-Joystick, der in seiner Funktion dem 5-Wege-Navigator des Tungsten T gleichkommt. Leider ragt er ein wenig über die Gehäusefläche hinaus, so dass ein ungewolltes Einschalten zumindest in der mitgelieferten Tasche schwer vermieden werden kann. Außerdem ist der Mini-Joystick sehr gewöhnungsbedürftig; der geringe Bewegungsspielraum und der relativ harte Druckpunkt führen leicht zu ermüdeten Fingern. Der Navigator am Tungsten T ist weitaus ergonomischer. An der Oberseite des Zire 71 findet man die Einschalttaste, das Stylussilo, den Infrarotport, die Kopfhörerbuchse und den SD-Kartenschacht. Leider wurde, auf den von der m500-Serie bekannten optischen Hinweis zum richtigen Einstecken der Karte verzichtet. Außerdem fehlt dem Zire 71 eine LED leider gänzlich. Weder eine Anzeige des Ladestatus noch stiller Alarm sind so möglich - zumal man auch einen Vibrationsalarm vergeblich sucht! Der mitgelieferte Stylus ist leider ein billiger Stift, aus zu weichem und zu leichtem Kunststoff gefertigt. Das Gewicht ist noch geringer als z.B. die Plastikstyli der IIIer und m100er Baureihen. Kein Verglich zu dem wertigen Chrom-Stylus des Tungsten T. Da das große Resetloch des Tungsten T (bedienbar mit dem Stift) nicht übernommen wurde, wünscht man sich des Öfteren einen Stylus, der zumindest eine Resetspitze eingebaut hat.
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