|
Die m50x-Serie ist die erste mit der neuen Betriebssystem-Version PalmOS 4.0. Neuerungen sind der stille Alarm sowie eine Vibrationsfunktion, wie man sie von Handys kennt. Der m500 unterstützt den Vibrationsalarm, leider lässt er sich nicht für bestimmte Termine aktivieren, sondern immer nur für alle oder keine (global). Alternative Terminplaner wie DateBk4 oder Action Names werden diese neuen Funktionen aber vermutlich auch bald unterstützen und Abhilfe schaffen. Übrigens kann man immer noch nicht die Dauer der Benachrichtigung erhöhen: Der Vibrationsalarm meldet sich 3x kurz, dann war es das. Außerdem neu im System: Die Unterstützung für Zeitzonen, sie können von Applikationen abgefragt werden. Die Sicherheits-Einstellungen sind überarbeitet worden. Eingegebene Kennwörter zeigen priv. Einträge nur noch in der laufenden Applikation (in anderen Programmen bleiben solche Einträge maskiert/verborgen). Eine Hintertür im PalmOS soll nun verschlossen sein. Ferner unterstützt PalmOS 4.0 SD-Cards, aber dazu später.

Das mega-flache Metallgehäuse des m50x ist etwas runder gestaltet, es ähnelt dem des Vx. Die Eckdaten des Gerätes sind 8MB RAM, 4MB Flash-ROM (upgrade-fähig) und ein 33MHz schneller Dragonball-Prozessor. Hier wurde also ein wenig rangeklotzt, die anderen Palms fuhren mit 16 oder 20 MHz. Wie schon bei der 100er-Serie sind hier in der Europa-Version im Flash mehrere Sprachversionen enthalten: Man kann beim ersten Start wählen.
Das Monochrom-Display bietet einen guten Kontrast und soll auch bei schlechten Lichtverhältnissen gut lesbar sein. Die Hintergrundbeleuchtung leuchtet den Graffiti-Bereich des m500 leider nicht aus, beim m505 soll das aber der Fall sein.
In Hinsicht auf die Erweiterbarkeit hat Palm der 500-er-Serie einen Slot für SD-Cards spendiert. Diese etwa Briefmarken-großen Karten dienen derzeit hauptsächlich als Datenspeicher, es sind aber auch Bluetooth-Karten oder MP3-Player angekündigt. Eine SD-Card ist aber leider nicht im Paket beigelegt.
Zur Kontrolle der SD-Karten wurde an entsprechenden Stellen das Betriebssystem erweitert. Mit dem PalmDesktop können Daten direkt auf die SD gespielt werden, im Palm werden Anwendungen, die sich auf SD befinden, zuerst in den Gerätespeicher geladen und dort ausgeführt. Auf dem Palm muss dafür also genügend Speicher vorhanden sein. Die Befehle "Info", "Übertragen" und "Löschen" aus dem Programmstarter-Menü funktionieren auch mit SD-Cards, die Bedienung ist also einheitlich. Hier fällt auf, dass PalmOS 4.0 bei all diesen Befehlen schneller als die Version 3.5 arbeitet. Eine mit Dateien bespielte SD-Card zeigt ihren Speicher-Inhalt in einem seperaten Eintrag innerhalb der Kategorie-Übersicht. Mit den vier Applikationsknöpfen können leider keine Programme von SD-Card ausgeführt werden.
Die Docking-Station hat endlich einen USB-Anschluss, eine Neuerung, auf die Palmuser schon seit langem warten. Hier musste vorher immer ein seperates USB-Kit erworben werden. Über USB läuft der HotSync sehr viel schneller ab, die nötige Unterstützung für USB und SD-Cards bietet die neue PalmDesktop-Version 4.0 mit dem HotSync-Manager 4.0 (USB-, Infrarot-HotSync), beides mit einer etwas schickeren Oberfläche (kleiner Screenshot PalmDesktop 4) und der Desktop mit verschiedenen Ansichten. (Für Mac liegt auch die neueste Version bei, die dasselbe bietet).
Apropos Docking-Station: Das Entnehmen des Palm aus der Station stellt sich als "ungewohnt" heraus, wie Tester berichten, denn jetzt muss der m500 erst angekippt werden, um ihn vom dem stabil stehenden Cradle zu lösen. In der Station lädt das Gerät auch seinen Lithium-Ionen-Polymer-Akku auf, und wo wir schon bei Aufladen sind: Nein, man kann das Ladegerät nicht direkt an den Palm anschließen, man wird auf Reisen immer noch die ganze Station mitnehmen müssen oder einen Reiseadapter zu kaufen haben.
Die Verbindung zum Palm wird durch die wieder anders gestaltete Anschlussleiste gewährleistet. Altes Zubehör kann also nicht weiterverwendet werden :-( Palm soll aber versprochen haben, bei diesem Steckplatz zu bleiben.
Palm hat leider aus unerklärlichen Gründen immer noch nicht das Problem gelöst, dass sich der Palm versehentlich selbst anschaltet, was zu Lasten der wertvollen Laufzeit geht. Wünschenswert wäre hier ein einfacher Hold-Schalter wie z.B. bei Discmans.
|