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Vorwort
Nicht mehr Palm, sondern Palm Solutions, weil Palm ja in zwei Unternehmen aufgeteilt wurde, um sicher zu stellen, dass die Palm-Handhelds im Vergleich zu Konkurrenten nicht bessere Voraussetzungen bei der Integration des Betriebssystems haben. Die PalmSource kümmert sich um das Betriebssystem und ist auch an Palm OS 5 Schuld :)
So kommt also mit dem Tungsten T (T, weil es auch nächstes Jahr noch einen W wie Wireless geben soll) ein kleiner Zwerg ins Haus, der zumindest in Höhe (zusammengeklappt 10 cm) und Breite (7,5 cm) noch etwas abgespeckt hat, wenn man ihn mit dem Vorgänger m515 vergleicht. Dicker ist er allerdings und mit 157 um 18g schwerer. Dafür aber handlicher. Als meinen ersten Handheld lasse ich den Tungsten wie ein Handy in der Hosentasche einer normalen Jeans verschwinden, ohne dass er darin lästig auffällt.

Möglich ist das kompakte Format hauptsächlich durch ein eingefahrenes Graffiti-Feld. So hat sich Palm (nenne ich die Truppe mal so, is kürzer) gegen ein virtuelles Graffiti-Feld wie beim Sony-Konkurrenten und damit auch gegen eine größere verfügbare Bildschirmfläche entschieden, baut aber dadurch das eindeutig kompaktere Gerät.
 Tungsten T, ausgeklappt und eingefahren im Vergleich |
Da den meisten Lesern technische Details zum Tungsten aus unseren Nachrichten bekannt sein sollten, soll in diesem Review primär auf die Eigenschaften und Anwendungen eingegangen werden, von denen in den bisher erschienenen Berichten noch nichts steht, der praktische Aspekt tritt also in den Vordergrund. Als Besitzer des direkten Konkurrenten Sony NR70 möchte ich auch viel vergleichen!
Für Unterstützung möchte ich mich bei Palmshop.de bedanken, die als einer ersten Shops in Deutschland den Tungsten zu einem vernünftigen Preis ausliefern können und uns einen Tungsten als Testgerät zur Verfügung gestellt haben. Desweiteren möchte ich mich bei den Postern des Palm Infocenter Forums für den entscheidenden Tipp bedanken, der meine Internetverbindung über den PC (Bluetooth) funktionsfähig machte.
Erster Eindruck
Ganz neu designed worden ist die recht groß geratene Verkaufsverpackung des Handhelds, in der der Tungsten geradezu trohnt und von außen sichtbar ist.

Beim Aufbau der Dockingstation fallen 2 Dinge auf: Erstens ist die Station genau dieselbe wie beim Vorgänger, da Palm vernünftigerweise den Port beibehalten hat und so verhandenes Zubehör weiterhin nutzbar bleibt! Zwar wird in den allermeisten Fällen aufgrund des neuen Betriebssystems ein aktualisierter Treiber notwendig sein, aber funktionieren tut es theoretisch! Zweitens sind beim Netzteil 3 verschiedene Steckeraufsätze für die Verwendung in anderen Ländern beigelegt! Leider lässt sich das Netzteil nicht direkt an den Palm anschließen, so dass man im Urlaub weiterhin die ganze Dockingsstation mitschleppen oder Spezialzubehör kaufen muss. Dabei hat der günstigere Zire-PDA schon solch einen Anschluss!
Weitere Packungsinhalte sind Werbung, die üblichen Lizenzzettel, eine Displayschutzklappe und eine Kurzanleitung zum Einstieg, die so gut geschrieben ist, dass auch Neulinge mit dem Palm keinerlei Probleme haben sollten.
Die Schutzklappe deckt die 4 Schnellstarttasten des Tungstens sowie das Display ausreichend ab und kann bei der Arbeit mit dem PDA auf der Rückseite angeklippst werden (dann passt er aber nicht mehr in die Dockingstation). Der neue 5-Wege-Navigator in der Mitte ist aber nicht abgedeckt, so dass mit Displayschutz noch Informationen abgerufen werden können. Leider schützt die Klappe dann aber nicht mehr vor dem versehentlichen Einschalten des Palms, denn einen Holdschalter wie bei meinem NR70 gibt es leider nicht. Auch wenn der Palm aus und die Schutzhülle angeklippst ist, kann man mit einem Druck auf den mittleren Knopf im Navigator kurzzeitig Uhrzeit und Datum einblenden. Das ging schon beim m100 und ist sicherlich eine sinnvolle Sache!

Beigelegt sind 2 CD-ROMs mit dem Palm Desktop Version 4.1 (Screenshot) und Essential-Software. Die Installation ist um neue Dialogboxen erweitert worden, die den ersten HotSync-Vorgang relativ "idiotensicher" einleiten - was nicht negativ zu verstehen ist. Palm geht gut auf die Einsteiger ein. Auch auf dem Tungsten selbst steht nach dem ersten HotSync eine QuickTour-Anwendung zur Verfügung, die das Gerät kurz vorstellt (allerdings keine Anleitungen gibt, aber dafür gibt es ja die Applikation "Willkommen") Bis auf neu designte Icons und dem Plug-In für Sprachnotizen sieht der Palm Desktop aus wie die vorigen Versionen.
Die neue Technik
Natürlich erwähnt werden muss die neue Technik. Dank neuer Unterstützung im OS 5 wird der "T" angetrieben von einem OMAP1510-Prozessor von TI, der besteht aus: einem ARM-Prozessor mit allerlei Peripherie, getaktet mit 144 MHz und einem C55x DSP (Digitaler SignalProzessor) mit 200 MHz. Der ARM kümmert sich um alle eigentlichen Betriebssystemfunktionen, die Ausführung des Anwenderprogramms usw. DSPs sind Prozessoren mit einer speziellen Architektur, die auf alle möglichen Varianten von (eben...) Signalverarbeitung optimiert sind. Signalverarbeitung ist z.B. MP3-Kodierung/-Dekodierung, Bluetooh-Verarbeitung, Videokompression / Aufbereitung, Spracherkennung (!!!).
Eigentlich sind 16 MB RAM eingebaut, 14 MB sind jedoch nur nutzbar, also 2 MB weniger als beim m515... Wo die hin sind, weiß ich nicht! Glücklicherweise ist ja noch der SD-Kartenslot eingebaut, durch den man die Speicherkapazität beliebig erweitern kann. Der Kartenzugriff ist im Palm OS 5 merklich schneller! Die Zeit, in der der Launcher Kartenapplikationen auflistet, ist sehr viel kürzer. Leider hat der Tungsten keine Leuchte, die Kartenaktivität anzeigt, mein Sony NR70 hat eine. Ebenso schnell wie die Karteneinbindung ist das Herumspringen zwischen Applikationen, wo der Tungsten seine Schnelligkeit richtig ausspielen kann. Die Dialoge erscheinen sofort. Bei meinem NR70 hat das gedauert! Auch schneller geworden sind die Neustarts (ca. 2-6 Sekunden). Mein Sony mit Palm OS 4.1 braucht 50 Sekunden! Doch auch durch die Tatsache, dass man den Tungsten direkt mit der Stylusspitze resetten kann und letzteren nicht erst auseinandernehmen muss, verschnellert die Prozedur! Danke Palm! Außerdem ist ein höher auflösendes Display (320x320 Pixel) und eine echte Soundhardware eingebaut, mit vernünftigem Lautsprecher und Mikrofon, das Sprachaufnahmen erlaubt! Ein Kopfhöreranschluss findet man an der Seite links oben! Schön gemacht! Dort ist auch eine neue Taste vorhanden, mit der man die Applikation für Sprachaufzeichnungen starten kann (in Einstellungen änderbar, mehr zur Sprachaufzeichnung später). Leider nutzt nicht ein einziges Programm die neuen Sound-Möglichkeiten, es gibt als Alarme immer noch nur die einfachen Piepser. Das ist bedauerlich, wird aber mit hoher Sicherheit bald durch Software von Drittanbietern ausgeglichen - Palm soll ja die ROM-Anwendungen bewusst auf das Nötigste reduziert haben, um diesen Markt zu fördern.
Was mit dem neuen OS 5 so möglich ist, wird man zur Zeit kaum feststellen können, da die Applikationen momentan höchstens kompatibel, nicht aber optimiert sind. MP3s hören, Bilder wirklich bearbeiten und natürlich auch schnell zur Anzeige laden, Videos gucken, etc. etc... wir lassen uns überraschen bzw. programmieren es einfach selbst!
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